Digitale Medien, oder doch lieber Tafel?

Heute haben meine neuen Erstklässler und ich getestet, was mehr Spaß macht, um die richtige Schreibrichtung zu üben: Nachspuren am digitalen Whiteboard oder an der herkömmlichen Kreidetafel. (Whiteboard mit abwischbaren Markern finde ich schrecklich...nachher ist alles verschmiert und wenn sich jemand vertut, kann man nicht einfach eine Linie löschen, also kommt  das - zumindest bei den ersten Schreibversuchen der Erstklässler - nicht in Frage.)

Ich weiß, dass man sowohl zum Unterricht mit der Kreidetafel als auch zu den digitalen Tafeln ganz unterschiedliche Meinungen haben kann.

Manche Kollegen bleiben lieber bei den Kreidetafeln. Sie sind technologisch keine Freaks, es nervt sie, wenn die Tafel, der Beamer oder der Computer nicht funktionieren. Sie haben auch keine Lust, ihre Nachmittage im Netz auf der Suche nach tollen Programmen zu verbringen. Ich kann das nachvollziehen. Und ich denke, man muss akzeptieren, dass noch nicht alle Lehrer an Schulen mit dem digitalen Zeitalter groß geworden sind.

Dann ist es aus meiner Sich besser, man benutzt seine normale Tafel mit gutem Konzept, als dass man sich ärgert und mit dem Computer kämpft.

Selbständiges Arbeiten am Platz...
Andersherum  sind die Kreidetafeln mit dem ganzen Feinstaub auch nicht die allerfeinste Lösung und für viele Kinder ist die flimmernde Whiteboard Tafel mit akuter Chance auf ein Lehrvideo einfach anziehender... oder so dachte ich...


Ich habe dann, weil mein Klassenzimmer beide Tafeln hat, heute einen Test gemacht. Die zwei war dran.... wir machen einen Zahlenweg... ich gebe 2 Stationen fest für alle vor und biete darüber hinaus 2-3 freie Stationen an, aus denen die Schüler wählen können. Wenn jemand schnell ist kann er auch alle machen....
Als Wahlstationen hab es: Nachspuren im Sand (Wir haben da schicke Holzkisten in der Klasse), Nachspuren am digitalen Whiteboard und an der Tafel. (An anderen Tagen gibt es auch mal Knete, Steckwürfel, Holzklötze zum Mengen legen, was zum Schneiden.... aber heute wollte ich gern im Blick behalten, wie die Schüler auf die digitale Tafel reagieren, bzw. ob man deutlich merken kann, ob sie die eine oder die andere Tafel bevorzugen.

Resultat: Nach anfänglicher Erklärung, wie man den Zauberstift aufsetzen muss, waren sie von der digitalen Tafel genauso begeistert, wie vom Nachspuren mit Kreide. Das musste ich allerdings nicht weiter erklären... also nur die Schreibrichtung... Wie man Kreide hält, das hatten sie von alleine raus.

Alle!!! haben sich bemüht an der Tafel und am Whiteboard an die Reihe zu kommen. Beim Whiteboard haben die Kinder selbst organisiert den magischen Stift weiter gegeben, für die Tafel benutz ich eine "Schau, du bist dran!" Klammer...

Und ich saß am Tisch und habe gestaunt, dass sich die Kinder nach nur knapp 3 Wochen so toll selbst organisiert haben.
Ziffernschreibkurs: die Zwei an der Tafel ohne Lehrerunterstützung

Mein Fazit: Wenn man es mit dem digitalen Board leicht hat, ist es ein Highlight beide Tafeln einzusetzen. Die digitale Tafel motiviert ungemein, weil man neben dem Schreiben in einem Rutsch auch noch Medienkompetenz erwirbt.
Wenn man keine digitale Tafel hat, oder sich nicht wohl fühlt mit der Technik, dann ist es auch kein Problem: die "Schau, du bist dran!" Klammer (oder 2 oder 3 davon) können dann zur Selbstorganisation der Schüler beitragen.

Für mich ist die Mischung aus beidem aber einfach Top gewesen. Und ich bin echt begeistert, wie toll die Kinder digital geschrieben haben.

Außerdem freue ich mich, wie gut sie auf meinen Ziffernschreibkurs ansprechen. Alle Zahlen von 0 - 9 sind nun auch in einem Sparpaket online. (Danach wurde ich vor ein paar Wochen gefragt...) Die Arbeitsblätter können gern auch an digitalen Tafeln eingesetzt werden. Wenn die Tafel gut funktioniert, dann kann man damit sehr viel Zeit einsparen.









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