Im Unterricht passieren täglich spannende Sachen. In meinem Matheunterricht der Klasse 2 kam es vor ein paar Tagen zu einem - wie ich finde - sehr interessanten Vorfall. Eine sehr gute Schülerin war sauer, weil ein Schüler, dem Mathe sehr schwer fällt, zum wiederholten Male bei ihr abschreiben wollte. Der Schüler sitzt bewußt neben der besagten Schülerin. Es ist wichtig, dass da jemand ist, der die Sachen alleine und konsequent rechnet. Der ein Beispiel ist. - Soweit meine Sicht.
Aber die Schülerin ist sauer. Sie möchte nicht, dass bei ihr abgeschrieben wird. Ich kann das verstehen. Aber ich teile die Auffassung nicht. Ich finde, es geht nicht um Abschreiben, um Inhalte, um Lösungen der Matheaufgabe. Es geht um was anderes.
Ich frage: "Warum bist du böse?" - Keine Antwort. Wohl aber ein Blick wie tausend Donnerblitze.
(Ich muss das doch verstehen, als Lehrerin...) Ich frage die Klasse: "Warum ist die Maria (Name geändert) so böse?" "Es stört sie, dass bei ihr abgeschrieben wird." "Ja, das habe ich gemerkt. Aber warum?"
So richtige Worte finden die Schüler nicht. Es ist nicht fair, nicht korrekt, der Junge soll Mathe alleine schaffen... Alles richtig. Aber sage ich, wir kommen ja nicht alle mit den gleichen Bedingungen zur Schule. Ich zum Beispiel kann toll Mathe unterrichten. Aber Spanisch oder Kaqchiquel? Das kann ich nicht. Frau Perez, die Kaqchiquellehrerin kann dafür nicht so gut Mathe auf Deutsch unterrichten. Bei Schülern ist das auch so... einem fällt Mathe leicht, und anderen eben gar nicht.
Ich erzähle die
Geschichte vom Fuchs.
Der Fuchs wollte unbedingt fliegen. Über die Bäume, über den Wald. Er hatte schon mehrere Versuche gewagt, doch war er immer wieder mit der Schnauze und seinen vier Pfoten im Dreck gelandet. Also sagte sich der Fuchs. Ich muss einen Vogel fressen. Ich brauche die Flügel. Sonst wird das nie etwas.
Und der Fuchs fing einen Vogel und sagte: "Ich werde dich fressen. Denn ich will auch fliegen können und ich brauche dein Flügel."
Da antwortete der Vogel erschrocken: "Du kannst mich fressen, aber fliegen lernst du dadurch nicht."
Da wurde der Fuchs traurig. "Was kann ich dann tun?"
Der kleine Vogel hatte eine Idee: "Fuchs, deine Stärke ist nicht das Fliegen. Du hast vier starke Pfoten. Du kannst viel besser rennen und springen. Dafür bist du gemacht! Aber wenn du so gern fliegen möchtest, dann habe ich eine Idee!"
Der kleine Vogel zwitscherte und rief seine Freunde. Und alle kleinen Vögel zogen gemeinsam am Fuchs, mit all ihrer Kraft. Und siehe da! Sie konnten ihn in die Lüfte ziehen. So konnte der Fuchs erfahren, wie es ist zu fliegen.
Die Schüler waren still. Was hatte das nun mit der Abschreib-Situation zu tun? Schnell kamen viele tolle Ideen zusammen:
Der Fuchs kann andere Sachen aber nicht fliegen. Das ist wie bei Max. Der kann toll singen und Fußballspielen. Aber Mathe ist nicht so sein Ding.
Max war gemein, dass er einfach so abschreiben wollte... wie der Fuchs, als der den Vogel fressen wollte. Dabei konnte der Vogel doch helfen.
Max könnte auch um Hilfe fragen. Oder die Kinder die Mathe können, könnten ihre Hilfe anbieten. Da gäbe es Möglichkeiten in vielen Varianten.
Zu jemandem gemein zu sein, weil man etwas nicht kann, oder neidisch ist, hilft nicht weiter. Wenn man freundlich fragt, ist die Chance auf eine nette Antwort allemal größer.
Am Ende sagte eine Schülerin: Ich werde die Geschichte zu Hause malen. Die ist toll und ich will sie nicht vergessen.
Auf dem Weg zum Auto dachte ich dann: Oh wow, kein Mathe gemacht, aber sooo viel gelernt. Und da traf ich meine Lieblingskunstkollegin aus der Sekundarstufe. Als ich ihr die Geschichte erzählte sagte sie: "Das male ich dir!" und tataaaa.... ich lade euch die beiden Bilder gerne hoch.
Manchmal kann man Themen aus der Schule in einer Geschichte verpackt viel besser mit den Schülern verarbeiten. Und Stärken wahrzunehmen, Schwächen nicht als Weltuntergang, sondern als Chance zu sehen. Lernen um Hilfe zu bitten, und auch Lernen Hilfe anzubieten - das sind für mich Kompetenzen, die ganz, ganz wichtig sind.
Und ich darf mit Erlaubnis von @proud_art_teacher die Bilder mit euch teilen. Vielleicht findet ihr Verwendung. Sie sind gratis im Shop beim lehrermarktplatz herunterzuladen.
#ichduwir #gemeinsam #freundschaftindergrundschule
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Der neue Klassenkalender für 2018 / 2019 ist fertig! (gratis)
Seid einigen Jahren schon, habe ich immer mal wieder das Glück gehabt, dass ich Ausschnitte aus den Bildern der Malerin Sonja Mengkowski für mein Unterrichtsmaterial nutzen durfte. Schon im letzten Jahr haben wir dann einen Schuljahreskalender zusammen gestaltet. Der ist ganz einfach gehalten mit einem Feld für Bemerkungen und wichtige Daten. Und natürlich steckt er voller toller Bildausschnitte von Sonjas märchenhaften Meisterwerken. Der Stil ist einfach unverkennbar.
Wer die Bilder genauso liebt, wie ich, der findet die kompletten Bilder in Sonjas Galerie online unter folgendem link: Atelier Buntepunkt.
In diesem Jahr gibt es Kalenderblätter von September 2018 bis August 2019 und eine Jahresübersicht zum Notieren wichtiger Termine.
Ich habe im letzten Jahr einen Kalender für die Schüler gedruckt, und einen für mich, für eine Mappe auf dem Lehrertisch. Da konnte ich dann wichtige Infos der jeweiligen Klasse notieren. Toll war aber, wie die Kinder den Kalender genutzt haben. Jeder durfte die Geburtstage und andere wichtige Ereignisse notieren. Geburtstag von Oma. Meine Mama bekommt ein Baby. Ich habe Sportabzeichen gemacht. Zum ersten Mal bei Freundin XY übernachtet, Raupe im Garten gefunden, beim Singfest den 2. Platz gemacht, Kreide hergestellt, der erste Zahn für die Zahnfee - da kamen viele tolle Erinnerungen zusammen. Beim morgendlichen Erzählkreis haben wir immer zwei bis drei Kinder ausgewählt, die ihre Eindrücke aufschreiben durften. Am Anfang noch mit Hilfe, und später schon allein.
Deshalb freue ich mich extra, dass der Schulkalender in eine zweite Runde geht. Und wieder mit so liebevollen Illustrationen!
Den Kalender könnt ihr gratis aus meinem Shop beim lehrermarktplatz herunterladen.
Ich wünsche euch viel Freude für das neue Schuljahr und freue mich, über nette Rückmeldungen!
Wer die Bilder genauso liebt, wie ich, der findet die kompletten Bilder in Sonjas Galerie online unter folgendem link: Atelier Buntepunkt.
In diesem Jahr gibt es Kalenderblätter von September 2018 bis August 2019 und eine Jahresübersicht zum Notieren wichtiger Termine.
Ich habe im letzten Jahr einen Kalender für die Schüler gedruckt, und einen für mich, für eine Mappe auf dem Lehrertisch. Da konnte ich dann wichtige Infos der jeweiligen Klasse notieren. Toll war aber, wie die Kinder den Kalender genutzt haben. Jeder durfte die Geburtstage und andere wichtige Ereignisse notieren. Geburtstag von Oma. Meine Mama bekommt ein Baby. Ich habe Sportabzeichen gemacht. Zum ersten Mal bei Freundin XY übernachtet, Raupe im Garten gefunden, beim Singfest den 2. Platz gemacht, Kreide hergestellt, der erste Zahn für die Zahnfee - da kamen viele tolle Erinnerungen zusammen. Beim morgendlichen Erzählkreis haben wir immer zwei bis drei Kinder ausgewählt, die ihre Eindrücke aufschreiben durften. Am Anfang noch mit Hilfe, und später schon allein.
Deshalb freue ich mich extra, dass der Schulkalender in eine zweite Runde geht. Und wieder mit so liebevollen Illustrationen!
Den Kalender könnt ihr gratis aus meinem Shop beim lehrermarktplatz herunterladen.
Ich wünsche euch viel Freude für das neue Schuljahr und freue mich, über nette Rückmeldungen!
Der beste Tag um etwas Gutes zu tun...
wann ist der eigentlich? Das wollte heute eine Schülerin von mir wissen.
Die Klasse hatte vorher eifrig gestritten und das Mädchen war nach der durchdiskutierten Pippi-Pause sichtlich ergriffen. Die Kinder hatten sich gestritten, weil eine Schülerin sagte, es sei genug, wenn man an Feiertagen etwas Nettes tut, so an Weihnachten zum Beispiel, ein anderes Mädchen meinte, Gutes tut man nur in der Kirche. Ein Junge hatte dann argumentiert, dass sei nicht fair, er gehe gar nicht in die Kirche und aus Valentinstag mache er sich nichts. Aber ob das nun hieße, dass er nie etwas Gutes tun könne... kurzum, es entwickelte sich eine spannende Eigendynamik.
Ich war sehr erstaunt, wie intensiv Zweitklässler diskutieren können, wenn sie nur wollen. Und ich war auch überrascht, über die Meinungen, die so zutage kamen. Gutes tun nur Ärzte, Lehrer und Eltern. Politiker tun nichts Gutes. Sie sind korrupt. (Was heißt korrupt? - Sie machen Sachen, die nur für sie selbst gut sind, manchmal stehlen sie Geld. Sie helfen nicht anderen Leuten)
Omas können auch Gutes tun, aber nur, wenn Mama es erlaubt.
Naja, und wann ist denn nun der beste Zeitpunkt, etwas Gutes zu tun: Am Valentinstag, an meinem Geburtstag, an Weihnachten, am Wochenende in der Kirche... Meine Kinder kamen zu dem Ergebnis:
Gutes tun kann man immer. Es ist egal, ob man zur Kirche geht oder nicht. Man kann zu jeder Tageszeit helfen, man muss es nur wollen und sich trauen. Manchmal zum Beispiel, weiß man nicht genau, ob man helfen soll, oder ob etwas gut ist, oder nicht... aber dann kann man nachfragen.
Ich war absolut begeistert von meinen kleinen Zweiern! Eigentlich wollte ich heute nur das Hunderterfeld einführen... und so war die Stunde doch viel spannender und ergiebiger!
Eigentlich können wir jeden Tag etwas Gutes tun, jemandem helfen anstatt zu meckern und zu schimpfen! Na, wenn das nicht mal tolle Ergebnisse für eine Stunde sind!
Die Klasse hatte vorher eifrig gestritten und das Mädchen war nach der durchdiskutierten Pippi-Pause sichtlich ergriffen. Die Kinder hatten sich gestritten, weil eine Schülerin sagte, es sei genug, wenn man an Feiertagen etwas Nettes tut, so an Weihnachten zum Beispiel, ein anderes Mädchen meinte, Gutes tut man nur in der Kirche. Ein Junge hatte dann argumentiert, dass sei nicht fair, er gehe gar nicht in die Kirche und aus Valentinstag mache er sich nichts. Aber ob das nun hieße, dass er nie etwas Gutes tun könne... kurzum, es entwickelte sich eine spannende Eigendynamik.
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| Freundschaft zeigen und anderen helfen oder etwas Gutes tun - Fotoquelle: Pixabay |
Ich war sehr erstaunt, wie intensiv Zweitklässler diskutieren können, wenn sie nur wollen. Und ich war auch überrascht, über die Meinungen, die so zutage kamen. Gutes tun nur Ärzte, Lehrer und Eltern. Politiker tun nichts Gutes. Sie sind korrupt. (Was heißt korrupt? - Sie machen Sachen, die nur für sie selbst gut sind, manchmal stehlen sie Geld. Sie helfen nicht anderen Leuten)
Omas können auch Gutes tun, aber nur, wenn Mama es erlaubt.
Naja, und wann ist denn nun der beste Zeitpunkt, etwas Gutes zu tun: Am Valentinstag, an meinem Geburtstag, an Weihnachten, am Wochenende in der Kirche... Meine Kinder kamen zu dem Ergebnis:
Gutes tun kann man immer. Es ist egal, ob man zur Kirche geht oder nicht. Man kann zu jeder Tageszeit helfen, man muss es nur wollen und sich trauen. Manchmal zum Beispiel, weiß man nicht genau, ob man helfen soll, oder ob etwas gut ist, oder nicht... aber dann kann man nachfragen.
Ich war absolut begeistert von meinen kleinen Zweiern! Eigentlich wollte ich heute nur das Hunderterfeld einführen... und so war die Stunde doch viel spannender und ergiebiger!
Eigentlich können wir jeden Tag etwas Gutes tun, jemandem helfen anstatt zu meckern und zu schimpfen! Na, wenn das nicht mal tolle Ergebnisse für eine Stunde sind!
Hoffentlich regnet es bald mal wieder...
Das zweite Halbjahr hat gerade begonnen, und wir sind eigentlich mitten in der Regenzeit.
Deshalb hatte ich mir auch für die Fenster, diese bunten Regenschirmchen ausgedacht.
Zur Zeit gibt es aber eine Zwischentrockenzeit. Sie wird Canicula genannt und dauert etwa 2 Wochen. Und ich mag die Canicula, weil sich die Straßen nicht jeden Nachmittag, wenn ich nach Hause fahren möchte, in wilde Bäche verwandeln...Die Schüler mögen diese Trockenphase auch...der Fußballplatz ist nicht dauernd matschig und man kann in jeder Pause draußen spielen...Aber es gibt immer jemanden, der anders denkt.
Ein Schüler sagte, während ich die Schirmchen am Fenster aufhängte: "Weißt du, hoffentlich regnet es bald mal wieder. Ich möchte so gerne sehen, wie die Regenschirme mit richtigem Regen aussehen."
Regenschirm, prickeln, Chinapapier, Wachspapier, Fensterbilder, Grundschulalltag, Grundschulkunst
#glücklichgrundschullehrerzusein
Prickelvorlage zum für feuchte Herbsttage.
Deshalb hatte ich mir auch für die Fenster, diese bunten Regenschirmchen ausgedacht.
Zur Zeit gibt es aber eine Zwischentrockenzeit. Sie wird Canicula genannt und dauert etwa 2 Wochen. Und ich mag die Canicula, weil sich die Straßen nicht jeden Nachmittag, wenn ich nach Hause fahren möchte, in wilde Bäche verwandeln...Die Schüler mögen diese Trockenphase auch...der Fußballplatz ist nicht dauernd matschig und man kann in jeder Pause draußen spielen...Aber es gibt immer jemanden, der anders denkt.
Ein Schüler sagte, während ich die Schirmchen am Fenster aufhängte: "Weißt du, hoffentlich regnet es bald mal wieder. Ich möchte so gerne sehen, wie die Regenschirme mit richtigem Regen aussehen."
Regenschirm, prickeln, Chinapapier, Wachspapier, Fensterbilder, Grundschulalltag, Grundschulkunst
#glücklichgrundschullehrerzusein
Prickelvorlage zum für feuchte Herbsttage.
Verstärkerpläne oder warum ich kein Freund von Vereinheitlichung bin
Wir Lehrer sind ja alle irgendwie eigen. Jeder hat seine Stärken und Vorlieben. Und - ähnlich wie bei den Schülern - fällt es uns manchmal schwer uns zu einigen...
Naja, gelobt sei deshalb unser neues Verstärker / Prämiensystem, das wir an der Tafel anwenden.
Gleiches Prinzip, aber jeder kann sich aussuchen, wie er es in seiner Klasse gestaltet.
Welche Verstärkersysteme benutzt ihr denn in der Grundschule? Und wie setzt ihr sie um?
Naja, gelobt sei deshalb unser neues Verstärker / Prämiensystem, das wir an der Tafel anwenden.
Gleiches Prinzip, aber jeder kann sich aussuchen, wie er es in seiner Klasse gestaltet.
Welche Verstärkersysteme benutzt ihr denn in der Grundschule? Und wie setzt ihr sie um?
Das schönste Geschenk der Welt
für eine Lehrerin ist es wohl, wenn sie das Gefühl hat, die Kinder haben etwas gelernt, sind glücklich und gesund und nehmen etwas Wertvolles mit in die nächste Klasse.
Nun ist es bei uns so, dass wir immer nach zwei Jahren die Lehrer der Grundschulklassen wechseln. Also hieß es gestern für meine Zweitklässler und mich: Abschied nehmen...
Ich hatte ein kleines Süßigkeiten Säckchen für die Kinder vorbereitet und auch ein Abschiedsfrühstück war organisiert. Meine Vorstellung war, dass wir die drei Stunden, des Schultages so nutzen würden:
1. Stunde: Frühstück und Tafelspiele
2. Stunde: Acto Civivo... Hier in Guatemala trifft sich die gesamte Schule im Freilufttheater, um bei einem feierlichen Akt den Schuljahresanfang, oder eben auch das Schuljahresende zu feiern.
3. Stunde: Zeugnisübergabe und Süßigkeitensäckchen verteilen, ausserdem die Sporturkunden für die Sportskanonen und gut...
Meine Kinder hatten den Tag aber anders geplant.
Als ich zur ersten Stunde zu meiner Klasse kam, war der Gang leer. Kein Schüler da. Ich laufe zum Vertretungsplan, Klassenlehrerunterricht steht da. Ich bin die Klassenlehrerin...und es fahren ja auch nie alle 28 Kinder verfrüht in die Ferien. Ich laufe zurück, ich sehe wie die Klassentür einen kleinen Spalt geöffnet wird und dann schnell zuschlägt. Ich höre nur: "Vorsicht! Sie kooommmmt!" und ein lautes WUMPS!
Ich gehe also hin, öffne meine Klasse und alle Kinder sitzen perfekt auf ihrem Platz, jeder mit einer Rose in der Hand, das Frühstücksbuffet haben die Kinder schon aufgebaut, ganz allein....
Auf meinem Platz liegt eine Karte: Danke, du hast mir so fiele Zahlen beigebracht!
Ich muss zugeben, da standen mir schon fast die Tränen in den Augen.
Und dann kommt Johann. Er sagt, wir machen eine Reihe und geben Frau Klenke die "rosas". Die Klasse folgt seinem Ruf. Kira sagt: Und jetzt machen wir Frühstück...Auf meinen Lehrertisch passt vor Blumen kein Tellerchen mehr... macht nichts... Ich bin total überwältigt.
2. Stunde - der feierliche Akt verläuft super: Die Hymnen werden gesungen, die Sportler werden geehrt, die Schulband spielt ein Lied und die besten Schüler bekommen vom Klassenlehrer ein Buch überreicht...Meine Schülerin bekommt einen Band gesammelter Kurzgeschichten von Michael Ende. Ich sage auf Spanisch: "Ich hoffe die Geschichten gefallen dir, mir haben sie als Kind viel Freude gemacht." Und das Mädchen antwortet:"Ich habe das Buch geliebt, dass du mir letztes Jahr geschenkt hast!" Es war "Wie der Kater Zorbas der kleinen Möwe das fliegen beibrachte!" von Luis Selpúlveda. Und schon wieder standen mir die Tränen in den Augen.
3. Stunde: Ich verteile die Schokotütchen, die Zeugnisse und die Sporturkunden. Dann leite ich die Verabschiedung ein, gratuliere, dass alle nun Drittklässler sind und Nicholas sagt, aber Frau (die Kinder meinen Frau sei gleichzusetzen mit Lehrerin), wir haben auch noch was für dich.
Er gibt mir eine Plastiktüte...
Ich schaue vorsichtig rein: Es sieht aus wie zusammengerollte Kissenbezüge. Ich packe aus. Daniela ruft: Wir haben das alles für dich gebastelt. Nur zusammengenäht haben es die Mamas....
Meine Kinder haben mir 6 Platzuntersetzer genäht, mit allen Themen die ihnen von der ersten und zweiten Klasse gefallen haben. Sie haben gemalt, genäht, gebastelt: Raupen und Schmetterlinge, Elmar Elefanten und Monsterchen, Matheaufgaben, Jahresbäume und allerhand mehr.
So ein fantastisches Jahresende hatte ich wohl noch nie...
Und dann kullerten mir doch die Tränen, aber das macht ja nichts, wenn es Freudentränen sind.
Immer wieder gern...
erzähle ich in meiner ersten Klasse die Geschichte von Charlotte und Wilbur. Bestimmt kennen viele den Film. Mir aber gefällt das Buch von E. B. White besser. In Deutschland würde ich es vorlesen. Für meine Deutsch als Fremdsprache Kinder ist der Originaltext noch zu schwer, aber mit erklärenden Bildern verstehen die Kinder die Geschichte gut.
Und ich will ehrlich sein... ich liebe tall tales... und das die Kinder mit ihrem geringen Wortschatz noch keine kompletten Bücher lesen können, gibt mir die Chance hier und da eine Nuance hinzuzufügen...
Ich sage also: wisst ihr Kinder, als ich klein war, wollte mein Papa eines unserer Frühlingsferkel töten, weil es soooo klein war!
Und natürlich rufen alle Kinder: Nein!
Dann sage ich: Ja, das habe ich auch gesagt, und es war das erste mal, dass dem kleinen Wilbur das Leben gerettet wurde...
Und die Kinder sind gespannt, wie die Geschichte weiter geht.
Ich lasse sie raten und fantasieren, und erzähle dann immer ein Stückchen.
Wilbur wird groß, er muss zu einem anderen Bauernhof.
Ich frage, wie geht es Wilbur im neuen zu Hause... und die Kinder überlegen, dass er bestimmt traurig ist, er kennt ja niemanden... und dann meinen Sie müsse er sich neue Freunde suchen.
Ich frage, wer kann denn Wilburs Freund sein? Und schnell nennen die Kinder mir alle möglichen Tiere... auf eine Spinne kommt niemand. Die Kinder hier haben wohl den Film noch nicht gesehen.
Das mit der Spinne finden die Kinder spannend...einige finden Spinnen ekelig, andere toll.
Bei der Diskussion um Spinnen wird es laut.
Ich lenke ein:"Wisst ihr eigentlich, dass diese besondere Spinne dem kleinen Schwein das Leben gerettet hat?" Und wir überlegen wieder, wie eine Spinne das wohl schaffen kann.
Ein Kind kommt auf die Idee, die Spinne könnte dem Bauern sagen, dass Wilbur ein guter Freund ist, und deshalb zu Weihnachten nicht gegessen werden darf. Aber alle Kinder sind sich einig. Spinnen können nicht mit Menschen reden. Und dann meint jemand aus der letzten Reihe, Charlotte könne es ja schreiben.
Und die Idee greife ich auf. Den Rest der Stunde überlegen wir, welche Wörter die Spinne schreiben könnte. Dumm und doof kommen nicht in Frage: dann fühlst du dich schlecht, wenn einer doof sagt, meint Santi.
Gemeinsam stellen wir fest, es ist nicht so einfach mit einem einzigen Wort etwas liebenswertes zu sagen, man muss nachdenken, ja grübeln, damit einem etwas passendes einfällt.
Die Hausaufgabe ist klar... überlege ein Wort, dass deinen Nachbarn beschreibt: Ich mag dich, du bist...
Die Sammlung am nächsten Tag ist interessant und die 2. Stunde zum Thema Charlotte und Wilbur ein Hit: Du bist lieb, intelligent, treu, großherzig, lustig, nett, schön, süß, hübsch, wunderbar, liebenswert, ehrlich und besonders....
Da fühlte sich ein jedes Kind geschätzt und wahrgenommen... und sogar für die Lehrer hatten sich die Kinder etwas überlegt....
Wir haben gelernt, wenn man etwas Nettes sagt, dann macht man andere glücklich, es könnte ihnen sogar - wie Wilbur - das Leben retten.
Und damit wir das nicht vergessen, hängt in unserer Klasse nun ein riesiges Spinnennetz mit einer Plastiktarantel. In den nächsten Tagen werden wir noch die neu gelernten Adjektive auf Pappkärtchen zu unserer Spinne hängen.
Und die Kinder und ich wissen, dass das Charlotte ist, eine besondere Freundin...
Und ich will ehrlich sein... ich liebe tall tales... und das die Kinder mit ihrem geringen Wortschatz noch keine kompletten Bücher lesen können, gibt mir die Chance hier und da eine Nuance hinzuzufügen...
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| Die Spinne ist von Public Domain Pictures von pixabay |
Ich sage also: wisst ihr Kinder, als ich klein war, wollte mein Papa eines unserer Frühlingsferkel töten, weil es soooo klein war!
Und natürlich rufen alle Kinder: Nein!
Dann sage ich: Ja, das habe ich auch gesagt, und es war das erste mal, dass dem kleinen Wilbur das Leben gerettet wurde...
Und die Kinder sind gespannt, wie die Geschichte weiter geht.
Ich lasse sie raten und fantasieren, und erzähle dann immer ein Stückchen.
Wilbur wird groß, er muss zu einem anderen Bauernhof.
Ich frage, wie geht es Wilbur im neuen zu Hause... und die Kinder überlegen, dass er bestimmt traurig ist, er kennt ja niemanden... und dann meinen Sie müsse er sich neue Freunde suchen.
Ich frage, wer kann denn Wilburs Freund sein? Und schnell nennen die Kinder mir alle möglichen Tiere... auf eine Spinne kommt niemand. Die Kinder hier haben wohl den Film noch nicht gesehen.
Das mit der Spinne finden die Kinder spannend...einige finden Spinnen ekelig, andere toll.
Bei der Diskussion um Spinnen wird es laut.
Ich lenke ein:"Wisst ihr eigentlich, dass diese besondere Spinne dem kleinen Schwein das Leben gerettet hat?" Und wir überlegen wieder, wie eine Spinne das wohl schaffen kann.
Ein Kind kommt auf die Idee, die Spinne könnte dem Bauern sagen, dass Wilbur ein guter Freund ist, und deshalb zu Weihnachten nicht gegessen werden darf. Aber alle Kinder sind sich einig. Spinnen können nicht mit Menschen reden. Und dann meint jemand aus der letzten Reihe, Charlotte könne es ja schreiben.
Und die Idee greife ich auf. Den Rest der Stunde überlegen wir, welche Wörter die Spinne schreiben könnte. Dumm und doof kommen nicht in Frage: dann fühlst du dich schlecht, wenn einer doof sagt, meint Santi.
Gemeinsam stellen wir fest, es ist nicht so einfach mit einem einzigen Wort etwas liebenswertes zu sagen, man muss nachdenken, ja grübeln, damit einem etwas passendes einfällt.
Die Hausaufgabe ist klar... überlege ein Wort, dass deinen Nachbarn beschreibt: Ich mag dich, du bist...
Die Sammlung am nächsten Tag ist interessant und die 2. Stunde zum Thema Charlotte und Wilbur ein Hit: Du bist lieb, intelligent, treu, großherzig, lustig, nett, schön, süß, hübsch, wunderbar, liebenswert, ehrlich und besonders....
Da fühlte sich ein jedes Kind geschätzt und wahrgenommen... und sogar für die Lehrer hatten sich die Kinder etwas überlegt....
Wir haben gelernt, wenn man etwas Nettes sagt, dann macht man andere glücklich, es könnte ihnen sogar - wie Wilbur - das Leben retten.
Und damit wir das nicht vergessen, hängt in unserer Klasse nun ein riesiges Spinnennetz mit einer Plastiktarantel. In den nächsten Tagen werden wir noch die neu gelernten Adjektive auf Pappkärtchen zu unserer Spinne hängen.
Und die Kinder und ich wissen, dass das Charlotte ist, eine besondere Freundin...
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