Vulkanausbruch in Guatemala - Übergabe der Spenden...

Heute war es endlich so weit und wir konnten die gesammelten Spielzeuge und Hefte an die Kinder, die direkt vom Ausbruch des Vulkans betroffen sind, übergeben.


Es war ein ziemlich langer Tag und es lässt sich schwer in Worte fassen, wie die aktuelle Situation ist.
Mehrere Dörfer wurden komplett zerstört. Dabei haben viele Menschen nicht nur einen lieben Menschen, sondern manchmal mehr als zwanzig Familienmitglieder verloren.

Und das hinterlässt natürlich Spuren, die auch mit Stofftieren oder Kleiderspenden nicht einfach auszuwischen sind. Dennoch brauchen grade auch die Kinder in den Notunterkünften ein wenig Normalität und Freude. Das Leben muss ja trotz allem weitergehen...


Wir fuhren heute so gegen sechs Uhr morgens von der Hauptstadt Guatemala City in Richtung Alotenango / Escuintla. Die Hauptautobahn war frei und es gab für Autos und LKW mit Hilfsgütern eine Spur, auf dem man keine Maut bezahlen musste. Das fiel mir direkt positiv auf. Leider waren die Zufahrtswege über die Hauptautobahn noch komplett gesperrt, so dass wir gegen acht Uhr umkehren mussten und einen anderen Weg suchen mussten. Nach weiteren zwei Stunden Fahrt erreichten wir dann den Ort Alotenango. In der Nähe des Parks, wo sich eine Notunterkunft befindet, wurden wir zunächst von Soldaten angehalten. Ein Minister sei auf dem Weg und eventuell der Präsident, wir sollten bitte sehr geordnet am Straßenrand warten, weil es die wichtigen Persönlichkeiten nicht mögen, wenn Chaos auf den Straßen sei.



Wir waren im Auto zu viert unterwegs. Meine liebe Spanisch Kollegin Maria, mein Mann, meine Tochter und ich. Also stieg mein Mann aus und informierte sich direkt bei der Notunterkunft, wie wir vorgehen könnten. Um 11 wurde uns gesagt, wir dürften unsere Spenden übergeben, aber wir müssten warten, bis die Besuchszeit sei und falls der Präsident käme, müssten wir auch warten.


Der Präsident kam nicht, aber wir warteten, nachdem ein Soldat an der Eingangstür die Augen einiger Jungen sah, die die Spielzeugkisten schon vor der Tür der Notunterkunft gesehen hatten, lud er uns ein die Sachen hineinzutragen. Das fiel genau in die Zeit des Mittagessens. Wir Standen also mit Kind und Kisten an der einen Wand, während auf der gegenüberliegenden Seite das Mittagessen verteilt wurde. Keiner der Menschen in der Notunterkunft sprach, nur die Helfer und Koordinatoren.
Unsere Tochter, die mit zweieinhalb die Situation natürlich nicht einschätzen kann, sang fröhlich ein Lied nach dem anderen.

Dann kam eine Dame, von der ich nicht genau sagen kann, welche Funktion sie wohl hatte, aber sie war ziemlich sauer, dass die Straße immer noch voller Menschen und Hilfsinitiativen stand und nicht frei geräumt war. Aber der Soldat mit Herz für Kinder, ließ sich nicht beunruhigen und schickte uns weiter hinein, anstatt wieder hinaus. Und wir nutzen die Chance... mittlerweile war es kurz nach ein Uhr nachmittags. Wir kamen auf dem Schulhof an. Ein paar Reporter halfen die Kisten mit zu tragen.


Unsere Tochter entdeckte, dass da auf dem Hof Kinder waren und lud diese sofort ein: Vamos, jugamos pelota! (Kommt, wir spielen Ball!). Das gab den Startschuss. Innerhalb kürzester Zeit spielten etwa 20 der mehr als 70 Kinder Ball auf dem kleinen Hof, die anderen stellten sich in ziemlich ordentlichen Schlangen auf, um ein Stofftier oder Spielzeug zu bekommen.


Die Ausdrücke in den Gesichtern der Kinder waren von Staunen, Freude und Überwältigung geprägt. Sie durften auch einfach auswählen, es waren ja genug Spielzeuge für alle da. Ich glaube, das war auch etwas Besonderes, da sonst einfach nur Beutel verteilt werden und es keine Wahlmöglichkeiten gibt.




Bei den größeren Kindern fanden die Hefte und Stifte besonderen Anklang.



Insgesamt konnten wir nur 20 Minuten mit den Kindern verbringen,  ein paar Minuten zwackten uns Reporter ab, die die Freude der Kinder wahrscheinlich viel besser als ich in Bildern festhalten konnten. Die Situation war einfach viel zu überwältigend.




Aber ich freue mich, dass ich dank eurer Hilfe diesen Kindern eine riesige Freude machen konnte. Ich freue mich auch, dass die Stille einen Moment lang durch das Lachen die Kinder beim Ballspielen unterbrochen wurde und das alle Kinder ein Spielzeug haben werden, wenn heute Abend in den Klassenzimmer alle dicht an dicht auf Feldbetten schlafen gehen. Ich freue mich, dass ich einer Lehrerin der Schule, wo die Menschen untergebracht sind, mehrere Märchenbücher  übergeben konnte, damit sie während der Spielstunde von 5 bis 6 Uhr daraus vorlesen kann. Einige Lehrer sind rund um die Uhr in der Schule um zu helfen. Auch wenn natürlich kein Unterricht stattfinden kann.



Am meisten bin ich dankbar, dass ihr diese Aktion unterstützt habt, denn allein hätte ich sicher nicht über 100 Kindern und Jugendlichen eine solche Freude machen können.

Also bleibt mir nur zu sagen: Danke!

Update zur Spendenaktion für die Kinder des Fuego Vulkans

Insgesamt wurden 44 Tickets verkauft, also 220 Euro. Umgerechnet sind das 1904 Quetzales.

Davon habe ich heute für 500 Quetzales 230 Schreibhefte mit 80 Seiten gekauft, für weitere 500 Quetzales 120 Schachteln Buntstifte mit 12 Farben, für jeweils 150 Quetzales 100 Anspitzer und 300 Bleistifte mit Radiergummi. Außerdem 57 Stoffstiere für 500 Quetzales und 48 Bälle für 126 Quetzales.

Dazu hat meine liebe Freundin Michaela mir in Rekordzeit in K
airo kleine Aufmunterungskärtchen erstellt, die ich dann hier in Guatemala einfach gedruckt und laminiert habe, so dass nun jedes Stofftier einen Anhänger hat, der sagt: Ich passe auf dich auf und du auf mich, oder: Alles wird gut.


Einige meiner Nachbarn waren von der Stofftierordnungsaktion in meiner Garage so überrascht, dass auch sie Hilfe angeboten haben. So kamen heute noch Malbücher und Lesehefte, sowie 25 Päckchen Wachsmalstifte hinzu, sowie weitere 20 Hefte allerdings a 100 Seiten (alle 80 Seiten Hefte hatte ich aufgekauft im Supermarkt). Die Marktleiter des Supermarkts war sehr nett und hat auf alle Produkte Preisnachlässe gegeben. Ebenso der Filialleiter des Spielzeuggeschäfts...


Heute haben meine liebe Kollegin Maria und ich schon die Hälfte der Sachen eingepackt, morgen setzen wir uns an den Rest und am Samstag morgen werden wir die Sachen dann übergeben.

Was die verschütteten Siedlungen angeht: Die Regierung will die Bergungsarbeiten einstellen, weil es unwahrscheinlich ist, noch jemanden lebendig zu finden. Seit gestern sind Nachrichtendienste und Rettungskräfte am Ort des Geschehens nicht mehr erlaubt und die Berichterstattung ist eingeschränkt. Das ist schon komisch. In den Medien wird von 75 Opfern berichtet und bis zu 3000 noch verschwundenen Menschen, 400 verschütteten Häusern, die nicht zugänglich sind. Das ist sehr tragisch. Aber noch heute wurde von Helfern, die sich nicht haben abhalten lassen, ein kleiner Junge und eine ältere Dame geborgen... 


"Wo aus Asche Liebe wird, zeigen Menschen, dass das Feuer in ihren Herzen heißer brennt, als in einem Vulkan."

Spendenaktion: Danke!


Ich werde jetzt die Spendenaktion schließen. Es sind 205 Euro zusammen gekommen. Das ist super! Nun mach ich mich auf den Weg und schaue, wie viele Hefte, Stifte und Spielzeuge ich dafür bekommen kann.


Ich sage schon jetzt herzlichen Dank und melde mich später mit Fotos!

Eure Jasmin

Vulkanausbruch in Guatemala: Hilfsaktion.

Wie die meisten von euch wissen, lebe ich seit vielen Jahren in Guatemala, einem kleinen Land in Mittelamerika. Am Sonntag ist hier einer der aktivsten Vulkane Mittelamerikas ausgebrochen und hat durch Auswurfprodukte ein ganzes Dorf unter sich begraben. Im Gegensatz zu den Videos aus Hawaii, wo sich heiße Lavaströme langsam über den Boden schieben, ging das hier sehr schnell. Heiße pyroklastische Flüsse stürzten mit Geschwindigkeiten von bis zu 700 km/h und Temperaturen von bis zu 1000 Grad ins Tal und rissen und verbrannten auf ihrem Weg alles, was im Weg war.  Deshalb konnten sich viele Menschen einfach nicht in Sicherheit bringen.

Meiner Familie geht es gut. Wir wohnen nicht am Vulkan und haben auf unserer Seite der Hauptstadt auch nur wenig Ascheregen abbekommen. (Danke, Michaela, Steffi und Kathi, dass ihr euch per Email um mein Wohlergehen gesorgt habt).

Ich habe nun, aber nach einer langen Nacht überlegt, dass ich irgendwie helfen möchte. Im Land haben sich schon viele Vereine zusammengeschlossen, die Trinkwasser, Kleidung und Decken, sowie Hygieneprodukte sammeln für die Notunterkünfte, in denen es so ziemlich an allem mangelt.
Aber es gibt noch niemanden, der für die Kinder, die allein im Krankenhaus liegen, bzw. in den Notunterkünften auf Nachricht von ihren Eltern warten etwas tut. Ich würde gerne Buntstifte und Schreibhefte kaufen, und vielleicht ein paar Stofftiere, um den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, das Erlebte irgendwie zu verarbeiten.

Wer mich dabei unterstützen möchte, kann beim Lehrermarktplatz  5 Euro spenden (oder vielfache von 5 Euro durch mehrfach hinzufügen in den Einkaufswagen.) Durch den Kauf des Vulkanhilfeprodukts verdiene weder ich, noch der Lehrermarktplatz. 100% des Geldes werden wir nutzen, um die Kinder und Jugendlichen zu unterstützen, die durch den Vulkanausbruch alles verloren haben. Wir werden die Aktion nur 2 Tage laufen lassen und dann sehen, wie viel Geld zusammengekommen ist und was man davon erreichen kann.

Wer also helfen möchte, muss sich schnell beteiligen.  Ich möchte hier keine der schrecklichen Fotos  veröffentlichen, wer sich über den Vulkan de Fuego informieren möchte kann das über google oder die Tagesschau tun.

Wer nicht selber spenden mag, kann die Aktion unterstützen, indem er den Beitrag von kreativ lernen auf Facebook teilt.

Im Voraus herzlichen Dank für eure Unterstützung.

Eure Jasmin